Ansprache des Seniors zur Fuchsen-Kneipe

Liebe Bundesbrüder, Farbenbrüder und -schwestern, verehrte Gäste, und vor allem:
Herzlich Willkommen, lieber Max! 

Heute Abend ist ein besonderer Moment für uns alle. Es ist der Moment, in dem Du, in unseren Bund aufgenommen wirst. Dies ist mehr als nur eine formelle Zeremonie. Heute trittst Du in eine Tradition ein, die nicht nur Deine aktuelle Lebenssituation verändern kann, sondern auch Dein gesamtes Leben prägen wird. Du wirst Teil einer Gemeinschaft, die nicht nur in den hellen und fröhlichen Momenten zusammensteht, sondern auch in den schwierigen und herausfordernden Zeiten füreinander da ist.

Die Entscheidung, in unseren Bund einzutreten, ist ein Schritt, der Dich mit Verantwortung und Vertrauen erfüllt. Du wirst nun ein Leben lang verbunden sein – nicht nur mit uns, den Bundesbrüdern, sondern auch mit den Idealen, die dieser Bund vertritt. Es ist eine Verbindung, die mehr bedeutet als eine bloße Mitgliedschaft. Es ist eine Freundschaft, die über die Jahre wächst, die Höhen und Tiefen übersteht und immer wieder neu belebt wird.
 
 
 Lass uns für einen Moment einen Blick auf den 16. November werfen, ein Datum, das in der Geschichte nicht nur politische Bedeutung hat, sondern auch in Verbindung mit einem der ältesten und traditionsreichsten Aktivitäten der Menschheit – der Jagd. Am 16. November 1866 wurde das sogenannte „Hege-rechtsgesetz“ in Deutschland verabschiedet, das die Jagd neu regelt und den Jägern eine noch größere Verantwortung auferlegte. In diesem Gesetz wurde festgelegt, dass der Jäger nicht nur für das Wohl des Wilds verantwortlich ist, sondern auch für das Gleichgewicht der Natur und den Schutz der Umwelt. Es war ein Meilenstein für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, und es erinnerte an den zentralen Aspekt der Jagd: Verantwortung.

Die Jagd ist weit mehr als nur das Erlegen eines Tieres. Sie ist ein Akt der Verantwortung, ein Akt der Achtsamkeit für das, was uns umgibt. Der Jäger ist Teil eines komplexen Systems, in dem sein Handeln Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat.
 
 So, lieber Max, Du trittst heute in unserem Bund bei – mit einer Verantwortung, die nicht nur Dich betrifft, sondern auch alle, die mit Dir in Verbindung stehen. Der Bund verlangt von Dir nicht nur Loyalität und Vertrauen, sondern auch eine Verantwortung gegenüber Deinen Mitmenschen. Du wirst in wenigen Minuten ein Teil von uns, und Deine Handlungen werden die Gemeinschaft und den Verlauf unseres Zusammenhalts beeinflussen.
 
 
 Liebe Bundesbrüder, Farbenbrüder und -schwestern, verehrte Gäste,
 
 wenn wir an die Jagd denken, denken wir oft nicht nur an die ernsten Aspekte, sondern auch an die Gemeinschaft, die mit ihr verbunden ist. In diesem Zusammenhang ist das Lied „Ich schieß den Hirsch“ besonders passend. Es mag auf den ersten Blick wie ein fröhliches, beinahe humorvolles Lied über die Jagd klingen, doch es geht um viel mehr als das. Es verkörpert den Geist der Kameradschaft und das Zusammensein in der Gemeinschaft. Das Singen dieses Liedes erinnert uns daran, dass auch in Momenten der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit immer Platz für Freude und Leichtigkeit bleibt.
 

Das Lied feiert nicht nur die Jagd, sondern auch das gemeinsame Erleben. Es ist ein Symbol für die Freude an der Kameradschaft und an den Momenten, in denen wir zusammenstehen. Und auch Du, lieber Max, wirst in den kommenden Jahren feststellen, wie wichtig es ist, diesen Moment des gemeinsamen Feierns zu bewahren. In der Kneipe, beim Singen,
 beim Feiern – wir teilen nicht nur das Glas, sondern auch die Freude am Leben und an der Gemeinschaft.
 
 
 Liebe Bundesbrüder, Farbenbrüder und -schwestern, verehrte Gäste,
 
 wenn in wenigen Max, sein „JA“ gibt, dann tritt er in eine Gemeinschaft ein, die auf den Prinzipien von Verantwortung und Freundschaft basiert. Genau wie der Jäger Verantwortung übernimmt, übernimmst auch Du nun eine Verantwortung für diese Gemeinschaft. Doch diese Verantwortung ist nicht nur ein ungeschriebenes Gesetz, sondern eine, die aus dem Herzen kommt – aus der Bereitschaft, füreinander da zu sein, in guten wie in schlechten Zeiten.

Der Bund ist wie ein Jagdteam: Du wirst nicht alleine auf die „Jagd“ gehen, sondern immer auf Deine Mitbrüder zählen können. Und genauso, wie der Jäger sich auf seine Gefährten verlässt, wirst auch Du in unserer Gemeinschaft nicht allein sein. In jeder Herausforderung wirst Du Unterstützung finden, in jeder Freude wirst Du geteilt haben – und so wird unsere Freundschaft wachsen.

Es ist eine Bindung, die nicht nur in den festlichen Momenten Bestand hat, sondern gerade in den schwierigen Zeiten. Ein Bund ist nicht nur dann stark, wenn alles glatt läuft, sondern vor allem dann, wenn es darauf ankommt. Wenn die Jagd schwer wird, wenn das Ziel nicht gleich erreicht wird, dann zeigt sich, wie stark ein Team wirklich ist. Und auch Du wirst erleben, wie wichtig es ist, diese tiefen Bindungen im Leben zu haben – Bindungen, die nicht nur auf einem Moment basieren, sondern ein Leben lang Bestand haben.
 
 
 Nun, liebe Corona, lass uns gemeinsam anstoßen – auf uns, auf den Eintritt in diesen Bund, auf die Verantwortung, die Du heute übernimmst, und auf die Freundschaft, die uns alle verbindet. Möge dieser Abend der Beginn einer langen Reise sein, die Dir nicht nur in Deinen „jungen Jahren“, sondern auch darüber hinaus Kraft und Freude bringt.

Erhebe mit mir das Glas – auf die Freundschaft, auf die Verantwortung, auf die Freude und auf die Bindungen, die uns für immer begleiten werden. Möge der Bund uns alle stärken und uns helfen, auch in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. Und möge das Lied „Ich schieß den Hirsch“ uns stets daran erinnern, dass wir zusammen nicht nur die Jagd des Lebens bestehen, sondern auch in den Momenten der Freude und des Lachens stets füreinander da sind.
 

In diesem Sinne VIVAT CRESCAT FLOREAT Thuringiae ad multos annos!

Ansprache des Seniors Bbr Bilbo